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   Lea und das Geheimnis des Hades

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Fortsetzung Kapitel 11

Lea, die sich zusammen mit Jenny dicht an Athene drängte, hatte nun genügend Muse, sich umzusehen. Der einzige Gott, den sie erkannte, war Zeus. Er saß ihnen gegenüber in der ersten Reihe und wirkte in diesem elitären Kreis von Göttern höchsten Ranges nicht mehr ganz so imposant wie die beiden ersten Male, als Lea ihn gesehen hatte. Vielleicht lag es auch daran, dass er im Moment keine Blitze schleuderte.

Die anderen Götter hatte Lea noch nie gesehen, und sie versuchte zu erraten, wer sie sein könnten. Zu Zeus’ Rechten saß eine Göttin in griechischem Gewand. Wahrscheinlich war das Hera, Zeus’ Gattin. Gleich daneben saß eine sehr schöne Göttin mit langem Haar, die nordisch anmutete, und da neben ihr ebenfalls ein eindeutig nordischer Gott saß, musste es sich bei ihr um Freya handeln. Ihr Gatte Odin trug einen Helm mit zwei Hörnern, unter dem eine wallende Mähne hervorquoll. Die Ähnlichkeit mit Thor war unverkennbar.

Links von Zeus saß ein alter Gott mit einem sehr langen Bart. Er war groß und schlank und hielt sich für sein Alter erstaunlich aufrecht. Obwohl er direkt neben einer so imposanten Gottheit wie Zeus saß, wirkte er keineswegs unscheinbar oder gar unbedeutend. Im Gegenteil, er strahlte eine unglaubliche Souveränität aus, sodass möglicherweise er der Grund dafür war, dass Zeus nicht so richtig zur Geltung kam.

Bei näherem Hinsehen stellte Lea fest, dass er einen außergewöhnlich aufmerksamen Blick hatte, dem nichts zu entgehen schien, der aber trotzdem nicht streng wirkte, sondern eher milde und gütig. Auch hier konnte Lea nur vermuten, dass es sich um Gottvater handelte. Das war also die christlich-römisch-griechische Fraktion inklusive ihrem nordischen Element.

Es folgten einige orientalisch anmutende Götter. Waren das Vertreter der Orientaliten, oder vielleicht alte ägyptische Götter?, fragte sich Lea. Isis fiel ihr ein, die kannte sie aus Asterix und Kleopatra, aber dann war sie mit ihrem Latein schon am Ende. Außerdem waren diese Götter in Grüppchen unterteilt, sie gehörten offenbar nicht alle zusammen. Lea überlegte. Wie war denn das noch mal? Hatten Christen, Juden und der Islam nicht alle ein und denselben Gott? Vertrat Gottvater also mehrere Religionen gleichzeitig? Liebe Güte, wie war das doch alles kompliziert!

 

 

1.7.07 17:53


Fortsetzung Kapitel 11

Gegenüber saß eine Gruppe von drei Männern und einer Frau, die Lea spontan an Gabriele erinnerten. War das die puritanische Abordnung? Einer der Männer wirkte mit seinem verbissenen Gesichtsausdruck wie ein strenger Schulmeister – das war bestimmt James Backward. Der Mann links von ihm war sehr groß, mit kurzem, gekräuseltem Haar und einer ruhigen, gelassenen Ausstrahlung. Rechts von James Backward saß jedoch ein kleiner Giftzwerg, der ähnlich unsympathisch wirkte wie James Backward selbst. Und neben dem Giftzwerg schließlich saß die Frau, die das Quartett vervollständigte. Sie machte einen zuckersüßen und dabei durch und durch falschen Eindruck, so als könnte sie einem lächelnd die größten Gemeinheiten ins Gesicht sagen. Daran schloss sich die Gruppe mit Buddha an. Um ihn herum saßen asiatische, zum Teil vielleicht auch indische Götter und Göttinnen. Doch da Lea sich in den Religionen des Mittleren und Fernen Osten überhaupt nicht auskannte, konnte sie nicht einmal vermuten, wer diese Götter waren.

Und schließlich gab es wohl noch indianische und afrikanische Vertreter, aber von diesen Religionen hatte Lea nun gar keinen Schimmer.

 

3.7.07 20:58


Das Buch ist jetzt fertig!

Das Buch ist jetzt fertig. Diese Woche habe ich das erste gedruckte Exemplar in der Hand gehabt. Und das war einfach ein gutes Gefühl!

 Fortsetzung Kapitel 11:

Nach der Unterbrechung durch Athene hatte Buddha den Faden sofort wieder aufgenommen und die Diskussion weitergeführt. Soweit Lea verstand, besprach man gerade einen hochaktuellen Punkt – am Vorabend hatte es wieder ein Gewitter in Europa gegeben, bei dem fünf Nebelseelen verschwunden waren. Lea rutschte unruhig auf ihrer Wolke hin und her. Natürlich waren fünf Nebelseelen verschwunden, sie hatte sie ja selbst gesehen! Sie hätte platzen können vor Erregung, und Jenny ging es genauso.

Athene, die ihre Unruhe bemerkte, machte ihnen ein Zeichen, sich ruhig zu verhalten.

James Backward und ein Mitglied der orientalischen Gruppe tauschten Animositäten aus, wobei James den Orientaliten vorwarf, sie hätten diesen Angriff durchgeführt, was diese jedoch entrüstet von sich wiesen.

»Ich habe verlässliche Quellen, dass vor zweieinhalb bis drei Monaten im Vorderen Orient militärische Übungen abgehalten wurden!«, ereiferte sich James Backward.

Aha, dachte Lea, wie vermutet hatte Gabriele bei ihrem Amerikabesuch gepetzt und James Backward haarklein erzählt, was Hermes auf seiner Reise in den Fernen Osten beobachtet hatte.

Einer der Anwesenden erklärte diese Aktivitäten mit traditionellen, himmlischen Festspielen, die schon seit Jahrhunderten mit schöner Regelmäßigkeit abgehalten wurden, und schimpfte James Backward einen Banausen, da er sich für die Gepflogenheiten anderer Lehren nicht die Bohne interessiere. Buddha übte sich in Diplomatie und beruhigte die erhitzten Gemüter wieder.

»Nun, wir sitzen ja heute zusammen, damit wir die Sache klären«, sagte er beschwörend und fuhr fort: »Aber wir sollten der Reihe nach vorgehen, sonst kommen wir nicht weiter.«

Die Mehrheit der Götter brachte ihre Zustimmung zum Ausdruck, daher holte Buddha weit aus, um wirklich ganz am Anfang zu beginnen.

»Wann und wo gab es das erste Unwetter, bei dem Seelen verschwunden sind?«, fragte er in die Runde.

James Backward antwortete wie aus der Pistole geschossen: »Das war bei uns in Amerika, und zwar vor genau sechs Monaten! Wir haben damals zahlreiche Seelen verloren. Danach gab es immer wieder neue Angriffe, und wir haben jedes Mal weitere Seelen verloren!«

»Was hast du daraufhin in die Wege geleitet, James?«, wollte Buddha wissen.

»Nachdem sich diese Gewitter mehrmals wiederholt haben – wie gesagt, jedes Mal mit dem Verlust von Seelen verbunden – haben wir die möglichen Verursacher ermittelt, eine passende Abwehrstrategie ausgearbeitet und unsere Glaubensbrüder in Europa davon in Kenntnis gesetzt.«

Buddha wandte sich der europäischen Fraktion zu.

»Könnt ihr das so bestätigen?«, fragte er in die Runde.

Während Gottvater völlig gelassen blieb, bebte Zeus vor Entrüstung.

»Was heißt hier in Kenntnis gesetzt?«, fuhr er hoch. »James hat uns massiv bedrängt, gemeinsam mit ihm den Vorderen Orient anzugreifen, damit endlich diese Unwetter aufhören würden! Dabei hatte er gar keine Beweise! Ich hab ihm damals schon meine Meinung gesagt!«

Mit einem Blitz, den er zornig in den Himmel schickte, unterstrich er seine Empörung.

 

 

 

 

6.7.07 20:51


Kapitel 11 ist jetzt online!

Kapitel 11 ist jetzt online. einfach auf den Link 'Fantastisches Abenteuer' gehen.
7.7.07 21:24


Kapitel 12 ist jetzt online!

Kapitel 12 ist jetzt online und das Projekt ist somit abgeschlossen.

Alles weitere zum Buch gibt's auf meiner Homepage yvonne-delmonte.de

14.7.07 22:21





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