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   Lea und das Geheimnis des Hades

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Fortsetzung Kapitel 6

Während die Nebelkinder sich gewöhnlich recht bald nach dem Unterricht zwischen den Wolkenhügeln einbetteten, gab es an diesem Abend eine hitzige Diskussion auf dem Wolkenfeld. Hermes war tatsächlich aus dem Fernen Osten zurückgekehrt. Nicht, dass diese Tatsache an sich so aufregend war. Viel spannender war eher die Frage, ob er Aykos Akte mitgebrachte hatte, und was nun mit ihr passierte. Wie schon so oft, preschte Florian auch diesmal vor.

»Und? Was ist jetzt mit deiner Akte?«, wollte er von Ayko wissen, dabei kreiste er unablässig um ihre Wolke herum.

»Keine Ahnung«, gab Ayko achselzuckend zurück. »Es interessiert mich aber auch nicht.« Für sie war das Thema damit erledigt. Nicht so für Florian.

»Was heißt hier, es interessiert dich nicht? Gib’s doch zu! Bei dir hat es gar keine falsche Einstufung gegeben!«, höhnte er und versperrte Ayko den Weg, als sie sich abwenden wollte. »Wenn du falsch eingestuft bist, dann sind meine Daten erst recht fehlerhaft! Jede Wette, wenn sie jetzt alle Akten einer eingehenden Überprüfung unterziehen, dann komm ich eine Stufe höher!«

»Ganz bestimmt«, erwiderte Ayko freundlich und tauchte einfach unter dem kreisenden Florian hindurch.

Lea ließen Florians Andeutungen jedoch nicht so kalt. Woher wusste er etwas über die Akten? Wurden tatsächlich alle überprüft? Dass Florian den Mund wieder mal zu voll nahm, war eh klar – er gehörte eher zu Maria als in die dritte Stufe. Aber wenn das mit der Überprüfung der Akten stimmte, würde sich dann vielleicht auch ihr Geheimnis lüften?

Sie war jedoch nicht die Einzige, die sich Gedanken machte. Ruck-zuck begann die Gerüchteküche zu brodeln, und der eine oder andere machte sich ebenfalls Hoffnungen auf eine Umgruppierung.

Zum allgemeinen Erstaunen passierte erst einmal gar nichts. Gabriele sprach das Thema nicht einmal in einem Nebensatz an, und Ayko blieb, wie gehabt, in ihrer Gruppe und glänzte durch hervorragende Leistungen in allen Bereichen.

Und während Aphrodite sich um ihre Umgangsformen bemühte, startete Ares weitere Versuche, ihnen Führung und Strategie beizubringen. Der Anschauungsunterricht blieb jedoch vorerst tabu, Ares setzte seine theoretische Abhandlung fort.

Nur wenige Tage später kam es wieder zu einer Unterbrechung in Führung und Strategie. Diesmal war es Hermes, der Ares vorzeitig vom Unterricht abholte. Er tat sehr geheimnisvoll und sprach leise auf Ares ein. Lea versuchte sich unauffällig zu nähern, um wenigstens ein paar Wortfetzen zu erhaschen, doch zwischen ihr und den beiden Göttern schwebten zu viele andere Wölkchen, so dass sie nur etwas von »sofort zur Götterversammlung mitkommen« verstand.

Ares entschwebte umgehend zusammen mit Hermes und vergaß in seiner Eile sogar, die Nebelkinder vorsorglich anzuschnauzen.

»Hat jemand Lust auf Fangen?«, rief Florian in die Runde, kaum dass die beiden Götter verschwunden waren.

Klar, dachte Lea, es ist noch früh am Nachmittag, da braucht er unbedingt Action. »Au ja!«, rief Maximilian und hopste erwartungsvoll auf seiner Wolke herum.

»Genau!«

 

»Fang an!« »Ja doch, leg los!«

Sofort machte sich allgemeine Begeisterung breit; schließlich hatte Ares ihnen diesmal nicht ausdrücklich befohlen still zu halten.

»Doch nicht hier über dem Wolkenfeld, wo bleibt denn da der Kick?« Florian warf den anderen einen herausfordernden Blick zu. »Wir spielen Fangen im offenen Himmel!«

»Das ist doch viel zu gefährlich! Überlegt mal, was da passieren kann!«, mahnte Ayko zur Vernunft, obwohl sie selbst zu den wenigen gehörte, die ihre Wolke souverän lenken konnten.

»Traust dich wohl nicht, was? Hast wohl Angst vorm Absturz!«, tat Florian abfällig.

Sofort plärrte auch Maximilian lauthals: »Spielverderber! Spielverderber!«

Durch Florians und Maximilians Geschrei gingen Aykos Bedenken ungehört unter. Die meisten Nebelkinder störten sich nicht daran, dass es gefährlich sein könnte, und natürlich war auch Jenny gleich begeistert, das entsprach einfach ihrem Naturell.

Lea hingegen war hin- und hergerissen. Einerseits gab sie Ayko Recht, das Spiel war alles andere als ungefährlich. Die Wölkchen waren oft bockig, außerdem beherrschten die meisten Nebelkinder sie nur soweit wie eben unbedingt nötig, will heißen, die Grundfunktionen.

Andererseits wollte sie auch keine Spielverderberin sein. Wer weiß, womöglich würde Jenny sie sogar vor allen anderen blamieren – sie einen Angsthasen nennen oder so. Und darauf legte Lea nun wirklich keinen Wert. Schlussendlich zog sie gemeinsam mit den anderen Wölkchen in den offenen Himmel hinaus, nur Ayko blieb zurück.

»Los! Du bist jetzt der Fänger!« Florian hatte begonnen und sofort Maximilian gefangen. Doch Maximilian beherrschte seine Wolke überhaupt nicht gut, selbst schlechte Flieger konnten ihm mühelos ausweichen. Nach mehreren Fehlschlägen wurde er immer wütender.

»So macht das keinen Spaß! Ihr seid gemein!«, brüllte er, als er wieder mal erfolglos einer Wolke hinterher flog, und zog sich schmollend zurück.

»Fliegen muss man eben können!«, rief Florian ihm ohne eine Spur von Mitleid nach.

»Das sagt der Richtige«, brummte Johannes ärgerlich vor sich hin. Florian konnte zwar gut beschleunigen, das war aber auch schon alles. Immer wieder verlor er die Kontrolle über seine Wolke.

Da Maximilian durch Florians Bemerkung erst recht gereizt war, flog Johannes ihm schließlich aus reiner Gutmütigkeit hinterher und ließ sich von ihm fangen. Bald verlief das Spiel wieder in geordneten Bahnen, selbst Maximilian hatte sich wieder beruhigt, doch Florian konnte es einfach nicht lassen. Immer musste er über die Stränge schlagen.

»Bodycheck!«, rief er plötzlich, obwohl er gar nicht der Fänger war, und raste völlig unkontrolliert durch die Gegend, mitten in die Nebelschar hinein.

»Vorsicht!«, schrie Johannes, doch es war schon zu spät.

Lea konnte zwar in letzter Sekunde ausweichen, und auch Jenny schaffte es gerade noch aus der Schusslinie, doch das nächste Wölkchen musste dran glauben. Florian rammte Julia, die sowieso ein bisschen unsportlich war, mit voller Wucht und fegte sie glatt von ihrer Wolke. Julia, die überhaupt nicht auf eine solche Attacke vorbereitet war, stieß einen spitzen Schrei aus und trudelte nach unten.

Ein Raunen ging durch die Nebelschar. Für einen Moment hielten sie den Atem an und schauten erschrocken der immer blasser werdenden Julia nach. Selbst Florian war sprachlos.

»Hilfe! Hilfe!«, drangen Julias gellende Schreie zu ihnen hoch, sie war nur noch als ein dünner Nebelstreifen zu erkennen. »Hilfe! Helft mir doch! Ich stürze ab! Hilfe!«

 

2.6.07 10:13


Kapitel 6 ist jetzt online

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3.6.07 10:27


Vorschau auf Kapitel 7

Die Zeichen des Himmels
 
Nach all dieser Aufregung folgten ein paar ruhigere, beschaulichere Wochen.
»Gabriele ist leider in nächster Zeit verhindert«, verkündete Athene eines Morgens zur allgemeinen Freude. »Ich werde mich heute um eure Ausbildung kümmern.«
Leas Herz hüpfte. Sollte Gabriele tatsächlich ihren Gastaufenthalt in Amerika angetreten haben?
Die ganze Nebelschar schwebte auf ihren Wölkchen in einem Halbkreis um Athene herum und wartete gespannt darauf, was diese ihnen erzählen würde.
»Gabriele hat bereits angedeutet, dass alle menschlichen Seelen, und somit auch ihr, gewisse Schwächen aufweisen«, begann Athene ihre Ausführungen.
Angedeutet? Lea warf Jenny einen ironischen Blick zu. Athene war gut! Gabriele hatte wirklich nicht nur angedeutet! Sie hatte Klartext mit ihnen geredet, und zwar sehr deutlich!
»Und sie hat dem einen oder andern von euch konkrete Hinweise zu diesen Schwächen gegeben«, fuhr Athene fort. »Es gibt natürlich auch Möglichkeiten, diese Schwächen selbst zu erkennen und herauszufinden, wie ihr an ihnen arbeiten könnt. Sehr genaue Hinweise bekommt ihr zum Beispiel aus den Sternen.«
Florian, Julia und einige andere Nebelkinder, die Opfer von Gabrieles Andeutungen geworden waren, erkundigten sich eifrig, ob sie das auch lernen könnten.
»Ja, ihr könnt das lernen. Es bedarf jedoch einiger Übung, die Sterne richtig zu lesen, weshalb die Astrologie sehr umstritten ist. Viel zu oft werden die Sterne falsch gedeutet, und deshalb herrschen auch hier oben sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, ob diese Lehre eurer Ausbildung dienlich oder eher schädlich ist«, erklärte Athene. »Gerade der christliche Einfluss unserer Methode spricht sich eher gegen die Astrologie aus. Ich hingegen halte sie für eine großartige Lehre. Sie ist wie eine große Himmelsuhr, an der ihr eure Aufgaben ablesen könnt. Man muss die Uhr natürlich lesen können.«
Lea fiel Toms geheimnisvolle Bemerkung wieder ein. Das stehe in den Sternen, hatte er gesagt. Ob er wohl eine Ausbildung in Astrologie bekommen hatte? Eigentlich hätte Lea erwartet, dass Astrologie im Puritanismus geradezu verpönt war. Bestimmt war Tom deshalb nicht näher auf das Thema eingegangen.
Athene begann, ihnen die Grundzüge der Astrologie zu erläutern. »Ihr kennt sicher alle die zwölf Tierkreiszeichen.«
Die gesamte Nebelschar außer Ayko nickte.
»Jedes dieser zwölf Zeichen ist einer Gottheit, beziehungsweise einem Stern zugeordnet, der für eine Symbolik steht. Eine solche Symbolik stellt gewöhnlich zwei Gegensätze dar.«
Lea lauschte mit größter Aufmerksamkeit. Es war nicht ganz einfach, Athene zu folgen, sie wollte aber unbedingt lernen, etwas mehr über ihre Schwächen herauszufinden und diese auch ohne Gabriele zu beheben.
»Das erste Zeichen im Tierkreis ist der Widder. Der Widder ist Ares beziehungsweise Mars zugeordnet. Dieser steht einerseits für Mut, Dynamik, Führung und Strategie, andererseits für Ungeduld, Jähzorn, Wut und Aggression bis hin zur blinden Zerstörung.«
Lea dachte sich insgeheim, dass sie eher mit Gabriele Aggression bis hin zur blinden Zerstörung in Verbindung brachte als mit Ares, und sie war nicht die Einzige.
»Wenn Ares für Aggression steht, was steht dann für Gabriele?«, fragte Julia ganz ernsthaft. Der Rest der Nebelschar brach in wieherndes Gelächter aus. Selbst Athene musste lachen und versuchte es nicht einmal zu verbergen.
4.6.07 12:49


Fortsetzung Kapitel 7

Selbst Athene musste lachen und versuchte es nicht einmal zu verbergen.

»Gabriele hat keine eigene Symbolik«, erklärte sie, nachdem sich alle wieder beruhigt hatten. »Nur griechischen beziehungsweise römischen Gottheiten wurden Zeichen und Sterne zugeordnet.«

Ach deshalb waren die griechischen Götter noch immer in den Himmelsgeschäften tätig. Plötzlich wurde Lea einiges klar. Während die nordischen Götter sich schon längst zur Ruhe gesetzt hatten, war die griechische Götterdynastie über die Astrologie bis heute aktuell. Ganz entfernt meinte Lea sich an etwas zu erinnern – hatte sie das nicht schon mal irgendwo gehört oder gelesen?

»Als Nächstes haben wir das Zeichen des Stieres«, fuhr Athene fort. »Dieses Zeichen wurde Aphrodite und somit auch Venus zugeordnet. Aphrodite habt ihr, genauso wie Ares, ja bereits kennen gelernt. Daher müsstet ihr erraten können, welche Eigenschaften sie repräsentiert.«

Die Nebelschar, die durch Julias Frage in beschwingter Stimmung war, rief wild durcheinander.

»Schönheit und Harmonie!«

»Nein, Schöngeist im Allgemeinen!«

»Benimm!«

»Angenehme Umgangsformen!«

»Das ist alles richtig, es fehlt allerdings noch der Gegenpol«, sagte Athene und sah fragend in die Runde.

Ayko, die bisher zum Thema Astrologie geschwiegen hatte, meldete sich nun zu Wort: »Das könnten Eitelkeit, Genusssucht und Trägheit bis hin zur Bequemlichkeit sein.«

»Sehr gut, Ayko«, lobte Athene. »Ihr seht also, alles ist immer nur in Maßen gut. Auch das Schöne und Gute verkehrt sich im Übermaß in sein Gegenteil.«

Dann zählte Athene noch einige weitere Sterne und ihre Gottheiten auf, ging aber nicht mehr im Einzelnen auf ihre Symbolik ein. Als Übung gab sie ihnen mit auf den Weg, sich in der kommenden Nacht die Sterne Mars und Venus genauer anzusehen. Mars sei an seiner gelb-orangen Färbung zu erkennen und Venus sei ein besonders heller, strahlender Stern.

»Schau mal«, sagte Lea. »Dieser dicke, gelbe, fast schon orange Punkt, das muss Mars sein. Und dieser helle da, mit dem weißen Licht, das ist sicher Venus.«

»Ja, bestimmt!«

Sie lagen auf dem Rücken, jede auf ihrem Wölkchen, und beobachten die Geschehnisse über ihnen.

Abgesehen davon, dass das Sternegucken hochinteressant war, hatte es noch einen angenehmen Nebeneffekt. Es war nun ganz normal, dass man sich bei Einbruch der Dämmerung einzeln oder zu zweit zurückzog, um in Ruhe den Nachthimmel zu betrachten. Es würde also nicht weiter auffallen, wenn sie sich zukünftig zum Nachrichten abrufen zurückzogen.

Nachdem Lea und Jenny Mars und Venus identifiziert hatten, starrten sie noch eine Weile angestrengt in den Himmel, bis Lea ausrief: »Und weißt du was, sie laufen genau auf einander zu! Sie sind sich jetzt schon ganz nah!«

»Meinst du, sie treffen sich demnächst? Und was bedeutet das?«

»Vielleicht wird das dann dynamische Liebe oder aggressive Harmonie«, mutmaßte Lea.

 

5.6.07 22:35


Fortsetzung Kapitel 7

»Vielleicht wird das dann dynamische Liebe oder aggressive Harmonie«, mutmaßte Lea. Sie war zutiefst beeindruckt und wünschte sich, sie würde verstehen, was da ablief und was es bedeutete. Daher konnte sie es kaum erwarten, von Athene weiter in die Geheimnisse der Sternendeutung eingewiesen zu werden. Entsprechend groß war ihre Enttäuschung, als sie am nächsten Morgen feststellte, dass wieder mal Sonntag und somit kein Unterricht war.

Der Ausritt auf Sleipnir war zwar ein gewisser Trost, aber eigentlich hätte Lea viel lieber noch mehr über Mars und Venus erfahren. Ob Thor sich wohl damit auskannte?

Lea wollte dieses Thema nicht so direkt anschneiden, man wusste ja nie, was andere von der Astrologie hielten, und Thor war möglicherweise kein Verfechter dieser Lehre. Daher lenkte sie die Unterhaltung vorsichtig in diese Richtung.

»Da Gabriele jetzt weg ist, hat uns Athene gestern unterrichtet«, verkündete sie und hoffte, dass Thor nachfragen würde, welches Thema Athene behandelt hatte. Dann hätte sie eine elegante Überleitung zur Astrologie gehabt.

Doch bevor Thor überhaupt antworten konnte, legte Jenny los: »Ja, sie hat uns gestern in Astrologie eingewiesen. Eine hochinteressante Sache! Gestern Abend haben wir dann Mars und Venus beobachtet, und die stehen schon ziemlich nah beieinander. Weißt du, was das bedeutet?«

Thor brach in schallendes Gelächter aus und Lea wäre am liebsten vor Scham in der Wolkendecke versunken.

»So, so, haben sie sich wieder versöhnt«, meinte Thor immer noch lachend.

»Wer hat sich versöhnt?«, fragte Jenny, der das ganze überhaupt nicht peinlich war.

»Na, Ares und Aphrodite! Wusstet ihr nicht, dass die beiden schon seit Jahrtausenden ein Verhältnis haben?«

Nun wurde sogar Jenny die Sache peinlich und sie sagte kleinlaut: »Ach so.«

 

8.6.07 18:11


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9.6.07 17:45


Vorschau auf Kapitel 8

Die Götterversammlung

Die Konstellation am Sternenhimmel ließ Lea keine Ruhe. Gleich am nächsten Morgen, als alle anderen noch schliefen und lange bevor Aphrodite sie wieder auf gutes Benehmen trimmte, schickte sie Tom eine Nachricht, um sich nach Neuigkeiten zu erkundigen.
Sie konnte es kaum erwarten, bis Aphrodite ihren Unterricht beendete, und war diesmal ganz besonders dankbar dafür, dass Aphrodite sich gewöhnlich schon am frühen Nachmittag zurückzog, um dem Schöngeist zu huldigen.
Nach einem kurzen Blick auf die anderen flüsterte Lea Jenny so leise wie möglich zu: »Kommst du mit, Nachrichten abhören?« Der Moment erschien ihr geeignet, denn der Rest der Schar dümpelte träge zwischen einer Gruppe flacher Wolkenhügel dahin.
Jenny nickte und flüsterte: »Flieg du schon mal vor.«
Lea versuchte sich unauffällig davonzustehlen.
»Wo willst du denn hin?«, rief Johannes ihr nach, als sie gerade durch einen Wolkenspalt entwischen wollte.
Auf einmal war es mit der Trägheit vorbei; die Nebelkinder in der näheren Umgebung setzten sich auf und warfen Lea neugierige Blicke zu, allen voran Florian.
»Sterne gucken«, erwiderte Lea und hätte sich im gleichen Moment ohrfeigen können. Eine dümmere Ausrede wäre ihr wohl nicht eingefallen!
»Noch ’n bisschen zu hell, oder?«, meinte Johannes.
»Da hast du natürlich recht«, murmelte Lea matt und streckte sich nun demonstrativ auf ihrer Wolke aus.
Johannes ließ es dabei bewenden, nicht aber Florian. Er starrte erwatungsvoll zu Lea hinüber, wie ein Jäger, der genüsslich seine Beute anvisiert.
Lea ärgerte sich grün und blau. Das war doch zu dumm! Jetzt konnte sie stundenlang warten, bevor ein zweiter Versuch überhaupt infrage kam.
Aus dem Augenwinkel beobachtete sie Florian, der immer noch unablässig zu ihr herüberschaute. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Zentimeter um Zentimeter schmuggelte sie sich hinter einen Wolkenhügel außerhalb Florians Blickwinkel. Dort verharrte sie eine zeitlang und wartete ab.

10.6.07 17:44


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